Eine der häufigsten und mühsamsten Herausforderungen, denen sich Projektmanager in ihrer täglichen Arbeit stellen müssen, ist die Bewertung, Erstellung und Übermittlung von Angeboten – oder sogar mehreren Angeboten – an ihre Kunden und Interessenten. Dies gilt insbesondere dann, wenn für die Erledigung aller Aufgaben eine Frist gesetzt ist.
Wenn Sie bereits „fest codierte“ Preise für Übersetzungsdienstleistungen haben, können Sie diese einfach mit der Wortzahl multiplizieren und ein einfaches Tool wie dieses kostenlose verwenden, um online ein professionell aussehendes Übersetzungsangebot zu erstellen.
Wenn Ihr Übersetzungsbüro jedoch noch keine festen Preise festgelegt hat oder Sie jedes Projekt individuell angehen möchten, gibt es bei der Berechnung des Angebots viele Dinge zu beachten.
Wir haben eine kurze Checkliste mit Fragen zusammengestellt, die Sie sich bei der Erstellung Ihres Übersetzungsangebots stellen sollten, damit Sie nichts versehentlich übersehen.
1. Wie hoch ist Ihr Grundpreis?
Überlegen Sie sich zunächst, welchen Preis Sie für die gängigste Art von Übersetzungsauftrag in einem Sprachpaar mit durchschnittlichen Preisen ohne zusätzliche Anforderungen wie DTP oder Lektorat/Korrekturlesen verlangen möchten. Wenn Sie sich nicht sicher sind, bilden Sie den Durchschnitt der Preise Ihrer letzten zehn Aufträge.
2. Was für eine Art von Übersetzung ist das?
Enthält der Ausgangstext Fachsprache, wie dies beispielsweise bei technischen, medizinischen, juristischen oder finanziellen Übersetzungen der Fall ist? Wenn ja, müssen Sie professionelle Übersetzer finden, die auf diese Bereiche spezialisiert sind und deren Preise in der Regel höher sind. Rechnen Sie 30–50 % zu Ihrem Grundpreis hinzu.
3. Ist dies eine seltene Sprachkombination?
4. Bieten Sie reine Übersetzungen oder auch Lektorat/Korrekturlesen an?
Wenn es sich um einen wichtigen Text handelt, der eine wirklich hochwertige Übersetzung erfordert, sollten Sie möglicherweise auch das Lektorat und Korrekturlesen in den Arbeitsablauf einbeziehen. Das Lektorat kostet etwa 50 % des Übersetzungspreises, das Korrekturlesen etwa die Hälfte davon. Rechnen Sie also 70–80 % zu Ihrem Grundpreis hinzu.
5. Kann es sich um ein Projekt zur Nachbearbeitung maschineller Übersetzungen handeln?
Einige Dokumente und Anwendungsfälle erfordern keine besonders sorgfältige Übersetzung. Bei einem Eintrag auf einer Reise- oder E-Commerce-Website beispielsweise reicht eine leichte Nachbearbeitung einer maschinellen Übersetzung völlig aus. In diesem Fall können Sie bis zu 50–70 % von Ihrem Grundpreis abziehen.
6. Muss der Quellinhalt vorverarbeitet werden?
Ob es sich nun um ein gescanntes PDF handelt, das eine OCR-Bearbeitung erfordert, oder um ein Lokalisierungsdateiformat mit vielen nicht übersetzbaren Texten – bei manchen Dokumenten müssen Sie einige Zeit investieren, bevor Sie sie zur Übersetzung einreichen können. Berücksichtigen Sie diesen Zeitaufwand bei der Berechnung des Gesamtpreises für das Projekt.
7. Muss der Zielinhalt nachbearbeitet werden?
Ebenso müssen Sie möglicherweise nach der Übersetzung das Layout/die Formatierung von PDF-Dateien überarbeiten. Manchmal können Sie dies selbst erledigen, manchmal benötigen Sie dafür einen professionellen DTP-Spezialisten. In jedem Fall sollten Sie die Kosten für diese Arbeitsstunden/Dienstleistungen in Ihrem Preis „verdünnen“.
8. Wie viele Übereinstimmungen im Übersetzungsspeicher erwarten Sie?
Wenn Sie bereits für diesen bestimmten Kunden gearbeitet haben oder wenn das Thema wiederkehrende Formulierungen beinhaltet – beispielsweise Verträge –, können Sie durch die Wiederverwendung Ihrer Translation-Memory-Treffer möglicherweise einiges sparen. Ob Sie Ihrem Kunden einen Preisnachlass gewähren möchten, bleibt natürlich Ihnen überlassen ?
9. Müssen Sie Glossare erstellen und pflegen?
Wenn es sich um einen möglicherweise langfristigen Auftrag handelt, sollten Sie zunächst Glossare erstellen, um spätere Qualitätsprobleme zu vermeiden. Wenn Sie einen professionellen Glossarersteller beauftragen möchten, vergessen Sie nicht, dessen Honorar in Ihrem Übersetzungsangebot anzugeben.
10. Wie viel Aufwand wird das Projektmanagement erfordern?
Zu guter Letzt möchten Sie natürlich, dass Ihre eigene Arbeit in dem Honorar berücksichtigt wird, das Sie dem Kunden in Rechnung stellen. Es ist üblich, 10 % für das Projektmanagement zu berechnen, aber dies hängt stark von der Komplexität des Projekts und Ihrer Erfahrung mit den aktuellen Rahmenbedingungen ab.
Nachdem Sie nun alles geklärt haben und wissen, welchen Preis Sie verlangen möchten, ist es an der Zeit, Ihre Dokumente hochzuladen, die Wortzahl zu ermitteln und das professionelle Angebot herunterzuladen, das Sie Ihrem Kunden schicken werden. Hier ist ein einfaches, kostenloses Tool, das genau das tut. Sie brauchen sich nicht zu bedanken!
Haben wir etwas übersehen? Kennen Sie bessere Alternativen? Teilen Sie uns dies in den Kommentaren mit!
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