Es kommt nicht jeden Tag vor, dass ein Übersetzer ein Buch veröffentlicht. Und es kommt auch nicht jedes Jahr vor, dass es sich dabei um ein Buch über Übersetzer handelt. Deshalb war es besonders spannend, die Nachricht über das Buch unserer Kollegin Magda Phili mit dem Titel „Tapping Into Translators' Creativity” zu lesen. Wir veröffentlichen die interessantesten Auszüge aus dem Buch.
1. Über Kreativität
„Übersetzer zeigen ihre Kreativität auf vielfältige Weise. Nicht nur in ihrer Arbeit, sondern auch in ihren Freizeitaktivitäten. Ihre Kreativität zeigt sich auch darin, wie sie Ideen zu Büchern entwickeln, Marken schaffen und eine Präsenz in den sozialen Medien aufbauen, die viele Menschen bewundern und von der sie lernen können.“
2. (Un-)Sichtbarkeit
„Menschen, die nicht wissen, was Übersetzungsarbeit (oder Transkreation) eigentlich bedeutet, können nur das Endergebnis beurteilen. Ein Handbuch, ein Spiel, eine Website, eine Broschüre in einer anderen Sprache. Der Weg, den Übersetzer zurücklegen, um zu diesem Ergebnis zu gelangen, bleibt unsichtbar.“
3. Zur Inspiration
„Übersetzer lassen sich immer von anderen Übersetzern oder Autoren inspirieren. Durch Inspiration (und Ausbildung) können Übersetzer Arbeiten von höchster Qualität erstellen und ihr Potenzial ausschöpfen. Bei einigen Linguisten spiegelt sich dieses Potenzial in vielfältigen oder ergänzenden Tätigkeiten wie Texterstellung, Design, Marketing, Branding und Networking wider.“
4. Über Übersetzung hinaus
„Übersetzen ist Teil des Lebens. In gewisser Weise übersetzen wir alle unbewusst Dinge, um sie zu verstehen. Wenn wir einen Text oder eine Information lesen, interpretieren wir diese zwangsläufig entsprechend unserer Wahrnehmung der Welt. Ein ähnlicher Prozess könnte auch gelten, wenn wir etwas schaffen. Unsere Schöpfungen entspringen unserer Interpretation der Welt um uns herum und unseren Erfahrungen darin.“
5. Zur Neuheit
„Wenn wir uns originelle neue Kunstwerke ansehen, die keinen offensichtlichen Bezug zur Vergangenheit haben, ist es schwer zu erkennen, wie Kreativität durch eine vollständige Tabula rasa angeregt werden kann. Ob es nun darum geht, Blumen zu malen oder eine Geschichte zu schreiben – unsere kreative Arbeit assimiliert das kollektive Wissen der Welt. Nichts ist völlig neu.“
6. Zu Ergänzungen
„Übersetzer fügen ihren Arbeiten immer etwas Eigenes hinzu, oft ohne dass die Öffentlichkeit dies bemerkt. Ihr eigenes „leuchtendes Blau“ spiegelt sich in der Art und Weise wider, wie sie die bestmöglichen Lösungen finden, um unklare, knifflige, vage und komplexe Formulierungen in ihre Muttersprache zu übersetzen und dabei so nah wie möglich am Sinn des Originaltextes zu bleiben.“
7. Zur Weltanschauung
„Tapping into Translators' Creativity” (Die Kreativität von Übersetzern nutzen), Cover von Sofia Polykreti
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